Was du siehst ist nur die Oberfläche. Die wahre Identität deiner Bilder liegt darunter.
Du postest ein Bild auf Social Media.
Jemand speichert es. Teilt es weiter. Repost. Noch ein Repost. Drei Stationen später weiß niemand mehr, dass es von dir ist.
Ich hab das heute morgen selbst erlebt. Meine neue OG-Grafik – sauber designt, mein Branding, meine Farben. ALT-Tag? Klar. Bildbeschreibung? Drin. Aber die Datei selbst? Stumm. Keine Metadaten. Kein Name eingebettet. Keine Signatur. Nichts.
29 Jahre "mache ich irgendwas mit dem Internet", wie die Leute sagen. Und ich hatte das schlicht vergessen.
Drei Standards – kurz erklärt
Es gibt nicht eine Art von Metadaten, sondern drei. Keine Sorge, du musst die Details nicht kennen. Aber ein grobes Verständnis hilft.
EXIF – Das Kamera-Erbe
Kommt aus den 90ern, von der japanischen Kameraindustrie. Ursprünglich für Blende, Belichtung, ISO. Aber da gibt's auch Felder für Artist und Copyright – nutzt nur fast niemand.
IPTC – Der Presse-Standard
Wenn Reuters ein Foto verschickt, sind IPTC-Daten dabei. Autor, Keywords, Beschreibung, Kontakt. Der professionelle Standard.
XMP – Das moderne Format
Von Adobe, aber offen. XML-basiert, maschinenlesbar. Das lesen Suchmaschinen. Das lesen KI-Systeme.
Alle drei gleichzeitig nutzen? Geht. Mit einem Befehl.
Die Grenzen – Ehrlichkeit muss sein
Metadaten sind kein Allheilmittel. Ich könnte dir das verschweigen, aber dann wärst du in zwei Wochen frustriert.
Wo sie erhalten bleiben:
- Rechtsklick → "Bild speichern unter"
- Download ĂĽber Plattform-Funktionen
- Direkter Datei-Transfer (Mail, Cloud)
- Embedding auf Websites (das Original wird geladen)
Wo sie verloren gehen:
- Screenshots – ein Screenshot ist ein neues Bild, das dein Betriebssystem erstellt. Keine Metadaten werden übertragen.
- Manche Social-Media-Uploads – Instagram und Twitter strippen viele Metadaten aus "Datenschutzgründen" (GPS-Daten) und nehmen dabei oft alles mit.
- Starke Komprimierung – manche Tools entfernen Metadaten um Dateigröße zu sparen.
- Format-Konvertierung – nicht alle Konverter übernehmen Metadaten.
Die Realität: Metadaten schützen nicht gegen Screenshots. Nichts schützt dagegen – außer das Bild gar nicht zu veröffentlichen.
Aber die meisten Menschen machen keine Screenshots. Sie speichern direkt, teilen Links, embedden. Und dort bleiben Metadaten erhalten.
Es ist wie ein Türschloss. Hält nicht jeden auf. Aber es hält die meisten auf – und es dokumentiert, dass die Tür verschlossen war.
FĂĽr welche Bilder lohnt sich das?
Nicht jedes Bild braucht vollständige Metadaten. Hier eine Priorisierung:
Hohe Priorität
- Profilbilder – werden überall verwendet, oft geteilt
- OG-Images – erscheinen bei jedem geteilten Link
- Kurs-Cover – repräsentieren dein Produkt
- Portfolio-Arbeiten – dein Aushängeschild
- Infografiken – werden häufig ohne Quellenangabe geteilt
Mittlere Priorität
- Blog-Bilder – ergänzen deinen Content
- Social Media Grafiken – wenn du sie wiederverwendest
- Präsentationsfolien – wenn sie als PDF geteilt werden
Niedrige Priorität
- Screenshots – meist nur temporär relevant
- Einmal-Posts – Stories, spontane Shares
- Interne Dokumente – die nie öffentlich werden
Die Zukunft: LLM-Sichtbarkeit
Wir stehen am Anfang einer Veränderung, die größer ist als SEO es je war.
KI-Systeme werden zunehmend als Informationsquelle genutzt. Menschen fragen Claude oder ChatGPT statt Google. Diese Systeme crawlen das Web, lesen Texte – und ja, sie lesen Metadaten.
Wer seine Bilder heute mit reichhaltigen, strukturierten Metadaten versieht, wird morgen von KI-Systemen als relevante Quelle erkannt.
- LLMs brauchen strukturierte Daten
- Metadaten sind strukturierte Daten
- Bilder mit Metadaten > Bilder ohne Metadaten
Mehr ist es nicht.
--| | "Ich behaupte, das ist meins" | Kryptographischer Beweis | | Wasserzeichen (abschneidbar) | Hash des Originals (unveränderlich) | | Copyright-Vermerk (ignorierbar) | Signierter Timestamp | | Plattform-abhängig | Dezentral, plattformübergreifend |
Screenshots werden dann zum Beweis gegen den Dieb, nicht fĂĽr ihn.
Je mehr dein Bild kopiert wird, desto mehr Spuren fĂĽhren zurĂĽck zum signierten Original auf Nostr.
Gibt's noch nicht als fertiges Produkt. Aber die Bausteine sind da. Und ich bin frĂĽh genug dran, das mitzudenken.
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Gesamt: 11 Quellen
Teil 1 der Serie "Digitale Souveränität für Creator".